Bereits im Jahre 1830 wurde auf einer Anhöhe östlich des Residenzschlosses von Darmstadt eine Gartenanlage des großherzoglichen Hofes angelegt und der Erbprinzessin Mathilde gewidmet. Die Namensgebung wurde bis heute beibehalten. Später, in den Jahren 1877 bis 1880, wurde auf der Mathildenhöhe ein großes Wasserreservoir sowie im Jahre 1899 eine Russisch-Orthodoxe Kapelle als Privatkapelle der russischen Zarenfamilie, erbaut.
Die heutige Bebauung der Mathildenhöhe entstand, nachdem der Großherzog Ernst Ludwig dort im Jahre 1899 eine Künstlerkolonie gründete. Unter dem Leitspruch “Mein Hessenland blühe und in ihm die Kunst” sollten neuzeitliche und zukunftsweisende Bau- und Wohnformen entwickelt werden, in denen Haus, Innendekoration und Garten eine einheitliche, künstlerische Gestaltung erfahren sollten. Er berief dazu ausgewählte Jugendstilkünstler an die Mathildenhöhe, die dort die Möglichkeit erhielten, ihre selbstgestalteten Bauten als Wohnhäuser zu erwerben und ein gemeinschaftliches Ateliergebäude zu nutzen. Anlässlich vier großer Ausstellungen wurde die Künstlerkolonie in der Folgezeit mehrfach umgestaltet und erweitert.
Die Künstler, die einen besonders prägenden Einfluss auf die Kolonie hatten, waren Joseph Maria Olbrich (starb 1908 im Alter von nur 40 Jahren) als Architekt sowie Peter Behrens (bis 1903; siehe auch Hagener Impuls), Albin Müller (ab 1906), Hans Christiansen (bis 1902), Ludwig Habich (bis 1906) und Bernhard Hoetger (ab 1911).
In Folge des 1. Weltkrieges löste sich die Künstlerkolonie schließlich auf. Viele der Bauten bleiben allerdings nach beiden Weltkriegen, leider nicht immer im Originalzustand, bis heute erhalten.
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Ernst-Ludwig Haus
Gemeinschaftliches Atelier- und Festgebäude der Künstlerkolonie nach Plänen von Joseph Maria Olbrich. Die beiden Monumentalfiguren im Eingangsbereich stammen von Ludwig Habich.
Großes Glückerthaus
Joseph Maria Olbrich war auch der Architekt dieses Hauses. Es war ursprünglich von Julius Glückert, einem Möbelfabrikanten und wichtigem Förderer der Kolonie, zum Verkauf vorgesehen. Glückert entschied sich aber schließlich dafür, das Haus als Ausstellungsgebäude für seine Möbelfabrikation zu verwenden.
Haus Behrens
Peter Behrens hatte ursprünglich eine Ausbildung als Maler und Graphiker und beschäftigte sich bisher hauptsächlich mit der Malerei und im Kunsthandwerk. Bei diesem Haus, das sein eigenes Wohnhaus werden sollte, betätigte er sich aber erstmals auch als Architekt. Der Leitidee der Künstlerkolonie folgend, gestaltete er das Gebäude mitsamt der Inneneinrichtung als Gesamtkunstwerk. Bei der ersten gemeinsamen Ausstellung war es dann Behrens‘ Gebäude, das die höchste Anerkennung erfuhr. Das Haus Behrens wurde jedoch niemals sein Wohnhaus. Er verkaufte das Haus und verließ 1903 auch die Künstlerkolonie.
Haus Olbrich
Auch Joseph Maria Olbrich entwarf sein eigenes Wohnhaus mitsamt der Inneneinrichtung. Das Haus nahm im 2. Weltkrieg so großen Schaden, dass es nach dem Wiederaufbau nicht mehr dem Originalentwurf entspricht.
Der Hochzeitsturm war ein Geschenk der Stadt an den Großherzog zu dessen Vermählung. Der 48 Meter hohe Turm wurde von Joseph Maria Olbrich gestaltet und im Jahre 1908 fertiggestellt.









