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Die Alte Schmelz

Die Alte Schmelz in St. Ingbert ist ein herausragendes weitgehend erhaltenes Ensemble der Industriekultur. Es besteht aus historischen Fabrikgebäuden, der Werkssiedlung, Direktorenvillen und Parkanlagen. Das 1732 gegründete Eisenwerk hatte seine Blütezeit im 19. Jahrhundert. Produziert wurden Roh- und Gußeisen und Walzprodukte. Die Alte Schmelz ist ein Musterbeispiel für das Nebeneinander von Wohnen und Arbeiten in der damaligen Zeit. Die wichtigsten Gebäude stehen heute unter Denkmalschutz.

Die Mechanische Werkstatt wurde 1907 in Betrieb genommen. Sie diente der zentralisierten Reparatur, Wartung sowie des Neubaus von im Eisenwerk benötigten Maschinen und Geräten. Der Werkstattbetrieb wurde 1993 eingestellt und heute wird die Halle für Veranstaltungen genutzt.

Die Möllerhalle stammt aus dem Jahre 1750 und ist das älteste noch erhaltene Gebäude des gesamten Ensembles. In dem Gebäude fand die Vermischung des Eisenerzes mit den weiteren im Hochofenprozess benötigten Zuschlagstoffen statt. Daher stand die Möllerhalle in unmittelbarer Nähe des Hochofens. Der Wandel der Zeit bracht es mit sich, dass die Nutzung des Gebäudes in der Folgezeit mehrfach änderte. So diente es zwischenzeitlich z. B. der Werkskapelle als Proberaum und während des 1. Weltkriegs diente es sogar als Leichenhalle. Nach 1960 wurden hier regelmäßig Heilige Messen abgehalten. Das Gebäude blieb jedoch über die Zeit erhalten.

Das 1888 ursprünglich für die Schlosserei erbaute Gebäude erlebte im Laufe der Zeit ebenfalls eine wechselvolle Nutzung. Nach der Sclosserei nutzten es die Tischler und Schreiner, es wurde Versammlungsort und es waren hier die Sozialräume für die Arbeiter aus der Mechanischen Werkstatt untergebracht.

Das Herrenhaus wurde im Jahre 1807 von der Familie Krämer am damaligen Rand des Werksgeländes erbaut. Es war damals von einer großen Gartenanlage umgeben und es diente noch bis zum 1. Weltkrieg als Direktorenwohnung. Danach wurde es als Büroraum weiter genutzt.

Das Konsumgebäude des 1890 vom Eisenwerk für seine Werksangehörigen gegründeten Konsum- und Sparvereins. Die Genossenschaftsmitglieder konnten durch den gemeinschaftlichen Einkauf von günstigen Preisen profitieren.

Die drei längs des Hanges erbauten Wohnhäuser boten jeweils 5-6 Arbeiterfamilien Wohnraum. Sie waren mit Kelleräumen, Toiletten und Ställen hinter den Häusern, sowie Gartenflächen zur Selbstversorgung ausgestattet.

1909 gingen in der Elektrischen Zentrale je zwei Dampfmaschinen und zwei Dampfturbinen in Betrieb, die den Strombedarf des gesamten Werkes deckten. Als nach dem 1. Weltkrieg der Strom aus dem öffentlichen Netz bezogen wurde, richtete man auf dem frei werdenden Platz die Walzendreherei ein.

Die Gleise auf dem Bahndamm verbinden das Drahtwerk und das Bergwerk mit dem St. Ingberter Bahnhof.

Quelle: Initiative Alte Schmelz St. Ingbert e. V. (sehr schöne und ausführliche Darstellung des Themas)